Winzer des Monats: Rennersistas

Winzer des Monats: Rennersistas

©IngoPertramer

28. August, 2015, ca. 14.00 Uhr in Gols, Burgenland. Susanne und Stefanie Renner lenken ihren Traktor entlang der Hauptstrasse, als der örtliche Kellerinspektor rechts ranfahren lässt. Im Anhänger eine Vorselektion aus verschiedenen Parzellen und Sorten. Der frühe Lese-Zeitpunkt lässt den „KI“ argwöhnen. Ob’s denn ein Junker (Jungwein) werde, fragt er, während er den Zuckergrad der Beeren misst. Mit 15° auf der Klosterneuburger Mostwaage (=78° Oechsle) ist das Soll für Qualitätswein geradeso erreicht. Der Inspektor lässt weiterfahren. Sue und Steffi lächeln vergnügt. Nein, kein Junker, ihnen steht der Sinn nach Schaumwein, darum soll ihr Debut auch ein Pétillant Naturel werden. Und weil die beiden gerade so gute Laune haben und weil die eine oder andere Flasche im Verlauf der Gärung explodieren wird … und auch, weil der noch skeptische Papa mit Vornamen Helmut heisst, steht der Name des Erstlings bald fest: „In a hell mood!“ Zusammen mit den noch folgenden maischevergorenen Weissen und quirlig leichten Roten, beschert er den Rennersistas einen echten Senkrechtstart.

IN A HELL MOOD PET NAT BIO 2018
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AUTONOM UND AUTODIDAKTISCH


Gols ist mit 1'300ha Reben eine sehr grosse Weinbaugemeinde. Hier ist fast jeder im oder um den Weinbau tätig, manch einer nicht ganz freiwillig. Sue und Steffie konnten sich ihre Laufbahn selbst gestalten. Erstere designte Mode, letztere studierte Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, bevor 2014 der Einstieg in den Wein erfolgte. Es war ein bewusster, gemeinsam gefällter Entscheid. Die Eltern - Pannobile Winzer der ersten Stunde – planten bereits den Ruhestand und da packte die beiden Schwestern dann doch der Ehrgeiz.

Nach mehreren Praktika im Ausland unter anderem bei Tom Lubbe (Matassa) im Roussillon stand eins fest: „Wenn wir zuhause einsteigen, dann möchten wir komplett unser eigenes Ding machen“.


NICHTS ZUGESETZT, NICHTS WEGGENOMMEN
 


©IngoPertramer

Das bedeutet eine noch konsequentere nachhaltige Bewirtschaftung der Reben (Demeter zertifziert im 2018) und im Keller das absolut notwendige Minimum an Eingriffen aller Art: Die Gärung erledigen die Naturhefen, die Vinifikation der Weissweine erfolgt oft auf den ganzen Trauben oder mit einem längeren oder kürzeren Schalenkontakt. Die Rotweinmaische wird möglichst wenig bewegt, die Zeit auf den Trestern ist kurz. Nach dem Abpressen werden die Weine in grossen, gebrauchten Fässern oder im Edelstahl auf den Feinhefen ausgebaut. Ein Fassumzug geschieht nur im Zweifelsfall. Erst bei der Abfüllung wird entschieden, ob eine kleine Schwefelgabe notwendig ist. Selbstverständlich brauchen die neuen Weine auch ein neues Gewand. Die Rennersistas Linie war geboren.


TALENT, EHRGEIZ, HARTE ARBEIT



©IngoPertramer

Der erste Jahrgang machte ca. 10% der Gesamtproduktion des Familienbetriebs aus. Die 5'000 Flaschen waren schnell vergriffen. Heute, drei Jahrgänge später, werden bereits bis zu 50% unter dem Sistas Label gefüllt. Dass sich dieser Erfolg nicht von allein einstellte, hört und spürt sofort, wer sich mit ihnen unterhält: Susanne und Stefanie sind zwei disziplinierte, hart arbeitende Perfektionistinnen, die sich auf ihrer Mission, perfektes, gesundes und biodynamisches Traubengut auf die Kelter zu bringen, beharrlich allen Widrigkeiten stellen. Wenn da beispielsweise in der Lese eine Sehnenscheidenentzündung kommt, dann beisst man halt auf die Zähne. Oder, wenn die Jungweinanlage unter der Julihitze leidet, dann muss man halt bis spät abends nochmal nach dem Rechten sehen. Von sowas lässt sich eine Rennersista nicht die Laune versauen!